Dominant und devot


Wer devot ist, hat keine Wahl. Wer dominant ist, auch nicht.

 

Die allermeisten Leute, die BDSM praktizieren, haben dies nicht frei gewählt. Sie wissen seit der Pubertät, dass sie „nicht normal“ sind. Oder es hat immer irgendwie etwas gefehlt.

 

So auch bei der Erwachsenenbildnerin M.P., dem Informatiker M. und der Krankenpflegerin R…. Drei Menschen, denen man im Alltag nicht ansehen würde, welche sexuelle Vorlieben sie haben und wie schwierig der Weg zum gesunden Umgang mit ihrer Neigung war. Den Bruch mit den bürgerlichen Konventionen erlebten sie als Befreiung. Diskutieren Sie mit M.P., M. und R über Liebes- und Lebensentwürfe und Ihre wilde Seite.

 


Colitis ulcerosa, unheilbar

Als Robin Rehmann die Schockdiagnose erhält, ist er Anfang 30, TV-Moderator in der Schweiz, Workaholic, spielt in der Punkband "krank", ist ständig unterwegs, lebt den Exzess.

 

Schon seit seinem 16. Lebensjahr hat er sich voll und ganz den Medien verschrieben. Egal ob Radio, TV oder Internet, Robin ist auf allen Kanälen vertreten. Er lebt und liebt das web 2.0., ist stetig im Kontakt mit seinen Friends, Fans und Followers. Aber auch ausserhalb in der realen Welt ist Robin ständig unterwegs, macht Musik, tourt durch die Schweiz und Deutschland, fährt Rollbrett, geht gerne aus, geniesst das Leben, ist ständig auf Achse.

 

Doch plötzlich ist da diese alles verändernde Krankheit. Was verändert so eine Diagnose tatsächlich? Was bleibt? Wie geht man damit um? Robin stellt klar: „Scheisse passiert. Jeden Tag. Das können wir nicht kontrollieren. Aber wie wir damit umgehen, das können wir beeinflussen.“ Krankheiten passen nicht in unsere heutige Gesellschaft. Seit 2 Jahren moderiert er die Sendung "SOS Sick of Silence" und gibt so chronisch und psychisch kranken Menschen eine Stimme.

 

Wie Robin mit seiner eigenen Krankheit umgeht und was ihn heute bewegt, wie er sich verloren hat, aber auch wiedergefunden – das erzählt er uns ganz privat, ganz ehrlich, ganz offen.


Politischer Flüchtling aus der CSSR

Im Jahre 1968 marschierten russische Truppen in die sozialistische CSSR ein. Wegen der darauf folgenden Repression all jener, die sich etwas mehr Freiheit wünschten, entschloss sich Karel Kovalik nach Abschluss seines Studiums 1971 zur Flucht.

 

An eine Rückkehr in sein Heimatland CSSR war nicht zu denken - als Republikflüchtling hätte Karel Kovalik bei einer Rückkehr eine längere Haftstrafe gedroht. Seit 1990 ist Herr Kovalik Schweizer Staatsbürger.

 

Diskutieren Sie mit Herrn Kovalik was es bedeutet, seine Heimat ohne Aussicht auf Rückkehr zu verlassen.

 


Vorurteile gegenüber Asylbetreuern?

Ja, es gibt sie, die Vorurteile gegenüber uns Asylbetreuern, es gibt jedoch auch die Dankbarkeit, die immer wieder zu spüren ist.

 

Ich habe zwei „Hüte“ an: Einerseits arbeite ich zusammen mit meinem Mann im freiwilligen Betreuungsteam bei einer Gruppe junger Syrer, die seit März 2016 in Solothurn sind. Andererseits unterrichte ich als Berufsschullehrperson im Integrationsjahr in Olten.

 

Die allgemeinen Vorurteile der Bevölkerung reichen von „Hilflosen Helfern“ über „Gutmenschen“ bis „Profitmacher“ auf Kosten der Asylsuchenden. Die Dankbarkeit zeigt sich im freiwilligen Bereich mit Äusserungen wie: „toll, dass sich jemand die Zeit nimmt“, oder dass man schlicht von den Asylsuchenden als „Eltern“ adoptiert wird.

 


Die ehemalige Zeugin Jehovas

Die Zeugen Jehovas sind eine christliche Gemeinschaft mit strengen Regeln. Sie lehnen Militärdienst, Bluttransfusionen und Ehen mit Nicht-Zeugen ab. Geburtstage, Pfingsten und Weihnachten sind für sie heidnische Bräuche.

 

M. ist in dieser Gemeinschaft aufgewachsen. Als Erwachsene hat sie mit ihr gebrochen und die Zeugen mit ihr. Erhalten Sie einen Einblick, wie es für M. war, in einer religiös strikten Gemeinschaft aufzuwachsen. Was es für sie hiess, eine Zeugin zu sein, wie es zum Bruch kam, und was es bedeutet, ein komplett neues Leben anzufangen.

 


Die Freitodbegleiterin

Hanny ist 70, aber strotzt vor Lebensfreude. Sie arbeitete fast ein Leben lang als Krankenschwester. Es ist ihre Berufung, Menschen gesund zu pflegen.

 

Seit über zwei Jahrzehnten ist Hanny in ihrer Freizeit als Freitodbegleiterin tätig.

 

In dieser Rolle hilft sie Menschen, die schwer leiden, diese Welt in Ruhe und Frieden zu verlassen. Diskutieren Sie mit Hanny über das Leben und den Tod, wie sie mit ihren widersprüchlichen Rollen umgeht und was Menschen in ihrem letzten Moment am wichtigsten ist.

 


Acriter et fideliter*

Die Päpstliche Schweizergarde, die 1506 gegründet wurde und durch ihre auffälligen Uniformen bekannt ist, hat die Aufgabe, über die Sicherheit des Papstes und seiner Residenz zu wachen. Die Schweizergarde versieht nebst Sicherheitsdiensten und Personenschutz auch Ehrendienste (Audienzen, Empfänge, Heilige Messen).

 

Fridolin Wildhaber, geboren 1959 in Basel, absolvierte eine Lehre als Metallbauschlosser, bevor er sich für die Päpstliche Schweizergarde in Rom bewarb. Er erfüllte alle Aufnahmekriterien und wurde am 6. Mai 1980 feierlich vereidigt. Fridolin Wildhaber diente während zwei Jahren in der Schweizergarde und weiss aus seiner Zeit im Vatikan viel Spannendes zu erzählen. In einem Buch hat er seine Erlebnisse während seiner Zeit in Rom festgehalten, gemäss dem Motto der Garde: „Einmal Gardist, immer Gardist“. Gerne berichtet Ihnen Herr Wildhaber über seine Erlebnisse aus seiner Zeit in Rom und ermöglicht Ihnen, einen Blick hinter die Kulissen des einzigen verbliebenen päpstlichen Militärkorps in Waffen zu werfen. * lateinisch: tapfer und treu

 


Eine Reise, die das Leben verändert

Philipp Keel war aktiver Politiker und erfolgreicher Projektmanager für Grossprojekte im asiatischen Raum. Reisen war nicht auf dem Plan. Bis seine Partnerin ihn vor ein Ultimatum stellte: «Ich gehe Reisen, egal ob du mitkommst oder nicht». Seine Antwort: «Mit dem Fahrrad komme ich mit».

 

Und so ging es im Oktober 2011 los, mit dem Ziel, Griechenland noch vor Wintereinbruch zu erreichen. Mit grösster Erfüllung und der Überzeugung, das Beste je in seinem Leben gemacht zu haben, kommt Philipp Keel 4 Jahre später zurück.

 

Nach 25'000 geradelten Kilometern, 30 durchreisten Ländern und etwa 40 Platten. Mit dabei ein unerwartetes Happy End. Daheim stand die Selbstfindung an oberster Stelle. Ein Mountainbikeunfall half ihm nicht das zu machen was er nicht mehr wollte, sondern seinen neugewonnenen Werten treu zu bleiben. Keel ist heute 36 und Geschäftsleiter von «Collectors», dem sozialen und umweltfreundlichen Velo-Hauslieferdienst. Wann die nächste Reise startet ist noch nicht klar, dass sie aber startet, steht fest.

 


Syrische Flüchtlinge in Solothurn

Der Bürgerkrieg in Syrien ist eine seit 2011 andauernde, bewaffnete Auseinandersetzung verschiedener Gruppen. Das Land zerfiel in Gebiete, die entweder von der Regierung Assad, Oppositionsgruppen, Kurden oder von Islamisten beherrscht wurden.

 

Sie haben alle einen anderen Hintergrund, kommen aus einem anderen Ort in Syrien und doch haben Hossan, Belan, Achmed, Mostafa und Ismad eines gemeinsam, die Flucht aus ihrer Heimat aus Angst um ihr Leben. Das Ziel ihrer Reise ist ungewiss.

 

In Solothurn angekommen, sind einige von ihnen noch immer krampfhaft auf der Suche nach einer Anstellung als erster Schritt in ein selbstständigeres Leben. Überwinden Sie die vielen Vorurteile, welche gegenüber syrischen Flüchtlingen im Raum stehen, und lernen Sie die fröhlichen, willensstarken jungen Männer mit ihren persönlichen Geschichten kennen.

 


Der Einsteiger

Was braucht es, um in unserer (Leistungs)-gesellschaft zu bestehen? S. verbringt seine Kindheit in einem idyllischen Weiler in der Provence, den seine Eltern – 2 Pädagogen, die unserer Leistungsgesellschaft den Rücken gekehrt haben – bewirtschaften.

 

Eine etwas andere Kindheit in der Provence mit bodenständigen Aufgaben wie Schafe hüten und Mithilfe auf dem elterlichen Hof, der nach dem Prinzip der Selbstversorgung geführt wird. Die Schulbildung vermitteln ihm seine Eltern zuhause. Ein Schulzimmer mit all seinen positiven und negativen Seiten ist S. fremd. Doch für eine Ausbildung kehrt der Jugendliche mit 16 Jahren alleine zurück in die Schweiz. Findet er den Einstieg?