Mehr als nur eine Kunstfigur.


Warum man sich stunden lang selber einengt, stundenlang auf die Toilette verzichtet, stunden lang lächelt und schwitzt, wissen wohl nur wenige.

 

Der Solothurner Performancekünstler Jeff van Phil ist sich jedoch sicher, warum er sich das immer wieder antut. Als Kunstfigur Jeff van Phil ist er auf Bühnen in ganz Europa unterwegs. Mit seinen vielseitigen Shows will er in erster Linie unterhalten. Doch irgendwo versteckt sich auch immer eine Botschaft. Es braucht nicht nur Mut um sich hinter Glitzer und jeder Menge Make-up zu verstecken. Denn die Glitzerwelt, in der sich der junge Künstler seit vielen Jahren bewegt, birgt nicht nur Schönes. Mit Applaus und Komplimenten gehen oftmals Angst und Beleidigungen eng einher.

 

Was Jeffrey zu seiner Kunst bewegt, wie sie ihn prägt und was sich hinter dem ganzen Make-up und Glitzer verbirgt, erzählt er ganz offen. Für die Living Libary öffnet der kreative Solothurner den Vorhang zu seinen persönlichsten Erlebnissen und Gefühlen. Keine Fragen sollen offen bleiben, solange man die Antwort nicht scheut.

 


24 Jahre im Rollstuhl, auf 3 Etagen.

1. Etage: März 1995, Einzug mit der Familie ins neue dreigeschossige neue Haus. Bewusstwerdung der enormen Zunahme an Zeitaufwand durch all die TREPPEN. Gleichzeitig werde ich vom Alltag eingeholt.

 

2. Etage: Als jetzt Alleinerziehende rücken die beiden Kinder in den Mittel- punkt. Ich begleite sie vor allem auch intensiv betreffend Ausbildung und deren Abschluss.

 

3. Etage: EndlICH mir wird die Wichtigkeit meiner Rolle auf der Bühne des Lebens bewusst. Obwohl 50 Jahre alt, gelingt mir auch der Wiedereinstieg ins Schulwesen mit einer Festanstellung im Teilpensum.

 

Ausblick: Per 1. Juni 2019 Umzug in die Parterrewohnung.  


Zen – oder die Kunst, nichts Besonderes zu sein.

Ich bin katholischer Theologe. Da meint jeder genau zu wissen, wer ich zu sein habe.

 

Wer alles erfüllen will, läuft echt Gefahr, wahnsinnig zu werden.

 

Oder er findet die Stille. Dort wird alles klar: Es genügt, jeden Tag das Glück eines ganz klaren Schrittes zu erfahren – nur eines einzigen. Atemzug um Atemzug, tiefer gegenwärtig sein. Tun, was zu tun ist, mit Haut und Haar. So will ich lernen, glücklich zu sein, auch wenn ich kein Glück habe. Nur Mensch sein. Nichts Besonderes eben.

 

Karl H. Scholz, der Wahl-Solothurner mit bayrisch-katholischem Migrationshintergrund, lebt mit seiner Familie in Feldbrunnen-St. Niklaus. Er leitet die kath. Pfarrei St. Niklaus und ist Zen-Assistenz-Lehrer im Zen-Zentrum Luzern.

 


Burnout.

Oli liebt Herausforderungen. Seit seiner Kindheit ist er ehrgeizig, zielstrebig und voller Energie. Er absolvierte das Gymnasium, studierte Ökonomie an der Universität Zürich und verfolgte jahrelang eine Berater-Karriere bei einem der grössten IT-Unternehmen der Welt.

 

Heute führt Oli sein eigenes Unternehmen im Bereich der Arbeitsintegration. Nichts deutete darauf hin, dass er zweimal ein Burnout erleiden könnte. Diskutieren Sie mit Oli darüber, wie sich das Burnout unerwartet in sein Leben schlich, wie er es los wurde und generell über den Sinn der Arbeit in einer auf Leistung getrimmten Gesellschaft.

 


Aus dem Alltag eines ehemaligen Polizisten.

Die Polizei – dein Freund und Helfer. Als ehemaliger Kantonspolizist hat dieser Mann als "lebendiges Buch" viele spannende Geschichten aus seinem Polizeialltag zu erzählen.

 

Wollten Sie schon immer wissen, ob sich die Realität des Polizeialltags mit dem, was in Film und Fernsehen gezeigt wird, vergleichen lässt? Wenn Sie dies bejahen können, dann nutzen Sie doch die spannende Gelegenheit, hinter die Kulissen des Polizeialltags zu blicken, dem ehemaligen Polizeibeamten Fragen zu stellen und unter vier Augen Interessantes aus dem bewegten Leben eines Polizisten zu erfahren.

 


Warum habt ihr uns das angetan?

Der 57-jährige Robert Blaser ist Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. 1965 wurde die Familie auseinandergerissen. Mehr als zehn Jahre verbrachte er in Heimen – heute kämpft er gegen das Vergessen.

 

Was habe ich im Schutzalter getan, dass die Behörden über mich verfügten – und dies alles wegen der Scheidung meiner Eltern? Man nannte es schon damals: «zum Wohle des Kindes». Morgens um 5 Uhr war Arbeitsbeginn auf dem Hof, die Schule war nebensächlich. Wie war es möglich, dass die Behörden es zuliessen, dass wir für unsere Ernährung selbst sorgen mussten, indem man uns im eigenen Landwirtschaftsbetrieb einspannte. Und für die geleistete Arbeit wurde man auch noch geschlagen und verbal erniedrigt: «Du bist nichts, du kannst nichts und aus dir wird nichts werden!» Hauptsache wir können dich für unsere Zwecke gebrauchen, lautete das Motto. Robert Blaser sagt: «Sie versuchten uns zu brechen». Er ist zurecht stolz darauf, dass es ihnen bei ihm nicht gelang.

 

Fragen und diskutieren sie mit Robert Blaser über den Heimaufenthalt. Sie dürfen ihm auch Fragen zum politischen Prozess FSZM stellen.  


Wie harmlos sind Zeugen Jehovas?

2 Jahre war B. alt, als ein Arbeitsunfall seinen Vater für den Rest seines Lebens geistig schwer behindert zurückliess und an den Rollstuhl fesselte. Dieser Unfall machte B. Vater zu einem unbeherrschten, gewalttätigen Trinker. In den folgenden Monaten verliert B. weitere wichtige Familienmitglieder – durch die lieblos strengen Regeln der Sekte der Zeugen Jehovas.

 

Von nun an sehen sich die verantwortlichen «Brüder» der Gemeinde für die Erziehung von B. verantwortlich. Durch emotionale Erpressung und körperliche Gewalt, versuchen sie das lebhafte Kind zur Unterordnung zu zwingen. Was nach 38 Jahren Misshandlung übrigbleibt, sind seit 30 Jahren andauernde, tägliche starke psychosomatische Schmerzen und anhaltende Selbstzweifel. Erst der Austritt aus der Endzeitsekte, ebnet den Weg, ein gesundes Leben zu starten. 


Den Durchblick behalten - trotz Sehbehinderung.

Wie stellen sich sehbehinderte Menschen Farben vor? Haben sehbehinderte Menschen besser entwickelte Sinne? Ist es naiv zu denken, Blinde oder Sehbehinderte seien weniger oberflächlich?

 

 S.R. ist eine motivierte junge Frau, besitzt einen Hund, arbeitet im Service und studiert Soziale Arbeit. Was für die meisten als selbstverständlich erachtet wird, birgt für Menschen mit einer Sehbehinderung einige Herausforderungen. Die Solothurnerin beweist, dass auch Menschen mit einer Sehbehinderung ein selbstbestimmtes Leben führen können. Was Sie schon immer über blinde und sehbehinderte Menschen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Dieses Motto passt zu unserer Living Library Solothurn.


Der Freidenker - menschlich, nicht religiös.

Immer mehr Menschen können mit Religion nichts anfangen. Freie Redner wie Valentin Abgottspon gestalten für diese Personen Rituale zu wichtigen Anlässen und Umbrüchen im Leben.

 

Valentin Abgottson ist im Oberwallis aufgewachsen und hat sich dort mit Schulbehörden und Politikern vor nicht allzu langer Zeit wegen eines Kruzifixes in (s)einem Schulzimmer angelegt. Er arbeitet heute als freier Redner (www.der-freie-redner.ch) und humanistischer Ritualbegleiter. Er gestaltet Willkommensfeiern, Hochzeitszeremonien und Abschiedsrituale. Dabei stellt er den Menschen und die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Das geht ohne religiösen Ballast oftmals besser.

 

Aus seinem Erfahrungsschatz als Ritualbegleiter erzählt er uns ganz offen und ehrlich. Es ist ein bewegter und oft bewegender Berufsalltag. Er selber sagt: «In meinen Ritualen soll es immer Platz haben fürs Schmunzeln oder Lachen, aber auch fürs Innehalten, Nachdenken oder für eine Träne.»